Clubchronik...
1958
Am 30. Mai
konstituiert sich im Hotel Kreutz in Anwesenheit von 45 „großjährigen
Personen“ der TC Blau-Weiß Duisdorf. Walter
Kessler wird zum ersten Vorsitzenden gewählt.
Um den
amtierenden Bundespräsidenten Theodor Heuss als Schirmherrn für den Tennisclub
zu gewinnen, wird eine Abordnung des Clubs in das Bundespräsidialamt geschickt.
Das Bemühen bleibt jedoch ohne Erfolg.
Auf der
ersten Mitgliederversammlung im November wird die Satzung angenommen.
„Der Verein dient der Pflege des Tennis- und Eislaufsports“, heißt
es dort, denn die Plätze sollen im Winter als Eisbahn genutzt werden.
„Dies ist umso mehr von Interesse, als an dieser offenen Stelle zur Eifel
hin die Temperaturen im Winter immer um einige Grade niedriger liegen als in
Bonn“, schreibt der General-Anzeiger.
1959
Mitgliedsausweise
werden eingeführt. Dabei handelt es sich um kleine Hefte, in die als Beleg für
die bezahlten Monatsbeiträge Märkchen eingeklebt werden – vergleichbar
mit den früher populären Rabattmarkenheftchen.
Der
Spielbetrieb beginnt im Frühjahr auf dem gepachteten Gelände von Gastwirt
Heister in der Nähe der Weckfabrik. Zur Eröffnung der Zweiplatzanlage kommen
die besten Spieler des Rheinbezirks, um ihr Können bei einem Schauturnier zu
demonstrieren. Trotz ungemütlichen Wetters finden sich viele Zuschauer bei den
neuen Tennisplätzen ein.
Die Etikette
in den ersten Jahren ist strikt. Man hat sich auf der Anlage „in
geziemender Weise“ zu benehmen. Lautes Rufen oder Lachen sind undenkbar und
werden rigoros unterbunden.
1960
Weitere
Plätze sollen gebaut werden. Gastwirt Heister will sich allerdings nicht mehr
an seine – vertraglich fixierte – Zusage erinnern, dem Tennisclub
bei Bedarf zusätzliche Grundstücksflächen zu verpachten. Wie sich herausstellt,
hat er die Flächen mittlerweile anderweitig vergeben. So erhalten die
Expansionspläne einen erheblichen Dämpfer.
Die
Clubmeisterschaften feiern ihre Premiere. Die ersten Namen, die auf die
Siegertafel eingraviert werden, sind Franz Schlenker und Dr. Liesel Ehatt.
Die Suche
nach einem neuen Grundstück beginnt. Mit Unterstützung des damaligen
Gemeindedirektors Jansen gelingt es Kessler, das heutige Club-Gelände auf dem
Hardtberg als grundsätzlich geeignetes Areal zu ermitteln und mit Hilfe von Zuschüssen
von Stadt und Land zu erwerben.
1961
Kessler nutzt
seine Beziehungen zum Verteidigungsministerium. So wird das neue Clubgelände,
auf dem noch jede Menge Bäume stehen, durch eine Pionierübung ohne Kosten für
den Club so planiert, dass Tennisplätze angelegt werden können.
Das Konzept
der neuen Anlage umfasst zehn Plätze, eine Beton-Übungswand sowie ein kleines
Clubhaus. Die ersten fünf Plätze am heutigen Wesselheideweg werden errichtet
und in Betrieb genommen.
1962
Die Satzung
wird überarbeitet. „Ein Vorstandsmitglied soll möglichst eine Dame
sein“, heißt es jetzt im Paragraphen 11.
Der Verein
hat 288 Mitglieder. Diese Zahl soll durch Werbemaßnahmen gesteigert werden.
Erwünscht sind neben „Nachwuchsspielern“ in erster Linie
„spielstarke oder inaktive Interessenten“.
1963
Die jeden
Winter auftretenden Schwierigkeiten, in den Bonner Sporthallen – also auf
Parkettboden – Stunden zugeteilt zu bekommen, sorgen dafür, intensiv über
eine eigene „Plastikhalle“ nachzudenken. Die Kosten sprechen jedoch
gegen dieses Vorhaben.
An der
Einweihung des Clubhauses können nur 60 Personen teilnehmen. Zu den Geladenen
gehören zwar nicht alle Clubmitglieder, aber einige Honoratioren.
1964
Vier neue
Plätze werden fertiggestellt, so dass nun zehn Plätze
zur Verfügung stehen. Als besondere Attraktion sind die neuen Spielfelder mit
Flutlichtanlagen ausgestattet.
Der Vorstand
beschließt, für die Bewirtschaftung des Clubhauses einen „Weinvorrat
größeren Umfangs“ anzulegen.
1965
Die Zahl der
Mannschaften, die an den Medenspielen teilnehmen,
steigt auf neun. Neben drei Herren-, zwei Damen- sowie zwei Seniorenteams gehen
auch zwei Jugendmannschaften an den Start.
Bei der Wahl
zum 1. Vorsitzenden kommt es zu einer Kampfabstimmung. Der bisherige
Amtsinhaber Walter Kessler erhält 53, sein Nachfolger Dr. Ernst Götz 54
Stimmen, ein Votum ist ungültig. Die Mitgliederversammlung beschließt spontan,
Kessler für seine großen Verdienste die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.
1966
Auch in
diesem Winter werden mehrere Tanzkurse im Clubhaus durchgeführt, das ansonsten
in den Wintermonaten überwiegend geschlossen bleibt. Die Kurse erfreuen sich
enormer Beliebtheit und tragen so zum Zusammenhalt des Clubs bei.
1967
Der Vorstand
appelliert an das „kameradschaftliche Verhalten“ der Mitglieder.
Hintergrund: Eine kleine Zahl von Akteuren nutzt trickreich die Schwachstellen
der Spiel- und Platzordnung und belegt die Plätze stundenlang, während andere
lange Zeit warten müssen, ehe sie zum Spiel kommen.
Die Automaten
für die Duschanlage werden außer Kraft gesetzt. Das Aufkommen aus dem Verkauf
der Duschmarken lohnt den Aufwand nicht, heißt es zur Erklärung
1968
Der
Profisport hält Einzug: Dem Junior Meyer wird für jede Fahrt nach Köln zu den
Rheinbezirksmeisterschaften ein Spesensatz von 10 DM gewährt.
Der
Wanderpokal für die Clubmeisterschaften der Damen geht in den Besitz von
Dorothea Bilda über. „Fräulein Bilda“ hat den Titel fünfmal gewonnen.
1969
Die Jugend
bekommt die ihr zustehende Bedeutung. Nach einer Satzungsänderung gehört nun
auch der Jugendwart zum Vorstand.
1970
Dem
ungarischen Trainer Matthias Toth wird mangels einer
anderen Unterkunft gestattet, im Keller des Clubhauses zu wohnen. Der Vorstand
beschließt, ihm bei einer Vertragsverlängerung ein möbliertes Zimmer in Duisdorf zu suchen. Toth bleibt
bis 1974 bei Blau-Weiß.
1971
Nachdem der
bisherige Clubsekretär aus den Diensten ausscheidet, übernimmt mit Adolf Wojatzek ein ehemaliges Vorstandsmitglied die Aufgaben. In
seine Dienstzeit, die 1984 endet, fallen der Hallenbau, die Errichtung des
neuen M-Platzes und die Erweiterung des Clubhauses.
1972
Eine
50-prozentige Beitragserhöhung sorgt für einen hohen Kassenbestand am Ende des
Jahres. Ein weiterer Grund ist eine Sonderaktion im Oktober: Durch die
Versendung von Mahnschreiben gehen die Beitragsrückstände im Vergleich zum
Vorjahr um die Hälfte zurück.
1973
Der Verein
kauft dem scheidenden Platzwart Johann Siepen ein Holzhaus ab, das dieser auf
dem Clubgelände errichtet hatte. Die Baracke, die in der Folge vom langjährigen
Clubsekretär Adolf Wojatzek als „Villa verde“ genutzt wird, dient später den jeweiligen
Platzwarten als Aufenthalts- und Geräteraum.
Die 1. Herren
verpassen denkbar knapp den Aufstieg in die Sonderklasse, die damals höchste
Spielkasse. In der Aufstiegsrunde unterliegt das taktisch klug aufgestellte
Team dem Marienburger SC trotz 4:2-Führung nach den
Einzeln mit 4:5. Das gleiche Missgeschick widerfährt den Duisdorfern
im anschließenden Relegationsspiel bei RW Köln.
1974
Die
Clubzeitung „Blau-Weiß intern“ erscheint zum ersten Mal. „Wir
wollen Sie über das Geschehen in unserem Verein und darüber hinaus auch über
die wichtigsten Ereignisse im Tennissport informieren“, heißt es im
Vorwort. Überdies habe man Platz für Meinungen und Meldungen der Mitglieder.
Die Damen
setzen die Akzente. Nachdem die ersten Damen souverän den Sprung in die 1.
Verbandsliga geschafft haben, gelingt der Reserve der Aufstieg in die
Bezirksliga. Im entscheidenden Spiel fällt die Entscheidung allerdings erst im
letzten Doppel – und zwar im Tie-break des
dritten Satzes.
Auf der
BW-Anlage besiegen die besten Junioren und Juniorinnen Deutschlands – mit
Peter Elter, Klaus Eberhard, Werner Zirngibl, Uli
Marten, Kathrin Pohmann und Susanne Höllensteiner – Spanien in einem Jugend-Länderkampf
mit 10:7. Trotz des trostlosen Wetters wird begeisternder Sport geboten.
Spieler und Betreuer loben die „optimale Betreuung“.
1975
Die Rufe nach
einer vereinseigenen Halle werden immer lauter. Nachdem sich die Wünsche, auf
benachbarten Grundstücken zu bauen, als kaum realisierbar erweisen, werden die
Möglichkeiten auf dem Clubgelände eruiert. Die Mitglieder lehnen jedoch
„jeglichen Eingriff in die bestehende Anlage“ ab.
1976
Die Herren
starten mit zwei Mannschaften in der 1. Verbandsliga. Die Reserve kann aber
nach unglücklichem Saisonverlauf die Klasse nicht halten und steigt wieder ab.
Ein
jahrelanges Ärgernis, das immer wieder zu heftigen Debatten geführt hat, wird
beseitigt. Die Umkleidekabinen dürfen nicht mehr mit Tennisschuhen betreten
werden. Damit gehören Spagate auf zwei Bänken zur Vermeidung rotgeränderter
Hosen der Vergangenheit an.
1977
In einer
außerordentlichen und äußerst turbulenten Mitgliederversammlung wird der
Beschluss gefasst, eine Tennishalle zu bauen. Da im Vorfeld Bemühungen gescheitert
sind, ein zusätzliches Grundstück in der Nähe des Clubs zu erwerben,
entscheiden die Mitglieder, die Halle an der Stelle zu bauen, wo bisher der
M-Platz steht.
1978
Die 1.
Damen-Mannschaft wird Gruppensieger und setzt sich auch in der Aufstiegsrunde
zur 1. Verbandsliga durch. Maßgeblichen Anteil hat Renate Schröder, die in
ihren Einzeln keinen Satz abgibt. Ihre erfolgreiche Saison krönt die Duisdorfer Spitzenspielerin mit dem Gewinn der Bonner Stadtmeisterschaft
und der Verbandsmeisterschaft.
1979
Die
Mitglieder müssen die Sommersaison mit neun Plätzen auskommen, denn wo der
M-Platz stand, entsteht eine Zweifeldhalle. Am 15. September wird sie in
Anwesenheit von Bonns Oberbürgermeister, der in seiner Rede die Eigeninitiative
des Vereins lobt, eingeweiht.
Die Senioren
steigen in das Oberhaus ihrer Altersklasse auf. Die Siege der Mannschaft, aus
der drei Spieler in der Verbandsrangliste geführt werden, stehen in allen
Partien bereits nach den Einzeln fest.
Im Dezember
wird mit den Erdarbeiten für den neuen M-Platz begonnen. Als der „Centre
Court“ im nächsten Jahr eingeweiht wird, belaufen sich die
Gesamtbaukosten (einschließlich Grundstückserwerb) auf 140.000 DM.
1980
Auf einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung wird nach hitziger Debatte beschlossen,
dass der Jahresbeitrag zukünftig zum 1. April eingezogen wird. Der
Schatzmeister untermauert seine Forderung mit dem Hinweis, dass am 8. Dezember
ein Viertel der Mitglieder den Beitrag noch nicht gezahlt habe.
Zwei
sportliche Großveranstaltungen finden auf der BW-Anlage statt. Bei den
Finalspielen der 2. Bonner Stadtmeisterschaften ist Renate Schröder mit ihren
Erfolgen im Damen-Einzel und -Doppel die überragende Akteurin. Beim
Ranglistenturnier des Verbandes Mittelrhein, das ebenfalls am Wesselheideweg
ausgetragen wird, erreicht sie das Halbfinale.
Blau-Weiß ist
kein Eislaufsportverein mehr, da die Satzung einen zeitgemäßen Anstrich
bekommt. Als Zweck des Vereins wird nur noch die Pflege des Tennissports
angegeben.
1981
Die Oberliga
ist für die 1. Herren nur ein Intermezzo. Der Aufsteiger schlägt sich zwar
hervorragend und sorgt für überraschende Punktgewinne, kann aber den sofortigen
Abstieg nicht verhindern. Als entscheidender Nachteil erweist sich, dass die
Mannschaft das höchste Durchschnittsalter in der Oberliga hat.
1982
Die
Mitgliedschaft bei Blau-Weiß wird immer attraktiver, so dass viele
Aufnahmeanträge abgelehnt werden müssen. Daher – auch angesichts der
ernsten wirtschaftlichen Lage des Vereins – beschließt der Vorstand, den
Mitgliedern eine moderate Beitragserhöhung und eine erhebliche Aufstockung der
Aufnahmegebühr vorzuschlagen. Ein erwachsenes Neumitglied soll statt 460 nun
650 DM zahlen. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung wird der Vorschlag
abgesegnet.
1983
Die
Jubiläumsschrift zum 25-jährigen Bestehen nutzt der 1. Vorsitzende Dierk
Schröder zu einer kritischen Reflexion. Er beklagt ein „erschreckendes
Fehl an Gemeinsinn und Engagement“ und stellt die – immer noch
aktuelle – Frage „Warum begreifen wir nicht, dass dieser Verein wir
selbst sind?“
1984
Mit einem
Frühschoppen wird in Anwesenheit des Oberbürgermeisters am 25. März das neue
Clubhaus offiziell eröffnet. Der Umbau hat 50 Prozent mehr gekostet, als
veranschlagt war. Es gibt Bier vom Fass – für die Standfestesten bis in
den Abend hinein.
Als
Hauptorganisator der Stadtmeisterschaften ist Blau-Weiß Ausrichter der
Endspiele. Die Zuschauer, die in Strömen zum Wesselheideweg kommen, sehen
hervorragenden Sport. „Duisdorf hat uns
vorgemacht, wie es geht“, lobt der Vorsitzende des BTHV, Dr. Kissenbeck, bei der Siegerehrung die Organisatoren.
Bei einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der es um die Gastronomie und um
neue, der Größe des Vereins angemessene Strukturen geht, gleicht das Clubhaus
zwischenzeitlich einem Tollhaus, wie es in einem Leserbrief in der Clubzeitung
heißt. Und weiter: „Ich habe mich öfter gefragt, wie eine solche Stimmung
bei einer solch hohen Anzahl gut situierter und gebildeter Menschen möglich ist.“
Letztlich wird dem Vorstand der Rücken gestärkt.
1985
Der Nachwuchs
wandelt auf Boris’ Spuren. Kurz nach dem ersten Wimbledonsieg von Boris
Becker fahren 20 Jugendliche und zwei Betreuer auf Einladung des früheren
BW-Trainers Goffrey Evans zu einem Rasenturnier nach
England. Die Erfolge bleiben überschaubar, aber die Jugendlichen sprechen von
einem „einmaligem Erlebnis“.
In den Ferien
wird erstmals ein Jugend-Intensivkurs angeboten, der großen Zuspruch findet.
Damit wird die Basis für ein Event gelegt, das bis heute fester Bestandteil des
Veranstaltungskalenders ist.
1986
„Doris
Decker“ deckt in einem Lesebrief an die Clubzeitung auf, dass die Sitten
und Gebräuche bei der Benutzung der Anlage und der Einhaltung der Spiel- und
Platzordnung vollkommen verwildert sind. Unterstützung erhält sie in den
folgenden Jahren von „Stefan Brav“.
Ulf Schmidt
erwirbt sich den Beinamen „Tie-Break-König“. In der
Winter-Hallenrunde gegen SW Bonn führt er im Tie-Break des dritten Satzes
bereits mit 6:0, ehe er mit 10:8 gewinnt. Im Spiel gegen Dormagen liegt er
dagegen im entscheidenden Durchgang schon 4:6 zurück – und siegt mit 8:6.
1987
In der
Fußballsaison reicht erstmals (und einmalig) der Sportplatz nicht aus. 22
Hobby-Fußballer, unter denen sich auch eine fußballbegeisterte junge Dame
befindet, spielen auf dem Hauptplatz, acht weitere kicken auf Schülertore
hinter dem Spielfeld.
1988
Bei den
Clubmeisterschaften revolutioniert Axel Schmoll die Tennis-Technik. Im Endspiel
des Herren-Doppels konsterniert der an der Schulter verletzte Schmoll seine
Gegner mit einem beidhändig von unten geschlagenen Vorhand-Topspinservice,
verliert kein Aufschlagspiel und gewinnt mit Volker Brünger
überraschend den Titel.
Vom 30.
September bis zum 1. Oktober findet die erste Begegnung zwischen Villemomble Sports und Blau-Weiß statt. Die aus 20 Personen
bestehende BW-Reisemannschaft muss eine Niederlage hinnehmen, lädt aber zum
Rückkampf nach Duisdorf ein.
Mit einem
Festball wird das 30-jährige Bestehen im Hotel Bristol begangen. Rund 140
Ballgäste feiern bis tief in die Nacht. Zu den Höhepunkten zählt die
Siegerehrung der Clubmeister, die der Vorsitzende Harald von Buchholtz mit selbstgedichteten Reimen vornimmt.
1989
Die
Diskussionen über das neue Platzbelegungssystem stehen im Mittelpunkt der
Saison. Eine zentral installierte Belegungstafel und Passbilder auf den
Ausweisen erschweren den Tricksern und Schummlern die Vielspielerei, was
zu lautstarken Protesten und Vorstandsbeschimpfungen führt. Die schweigende
Mehrheit findet das neue System jedoch gut.
1990
Nach lang
anhaltenden Diskussionen wird das Tragen von Tennisschuhen im Clubhaus generell
untersagt. Das entscheidende Argument: Musikanlage und Kaffeemaschine sind
wegen der Verstaubung durch die Tennisasche häufig defekt.
Zur Eröffnung
der Hardtberghalle wird ein Handballturnier mit vier der weltbesten
Nationalmannschaften ausgetragen. Der offizielle Empfang mit Buffet findet im
BW-Clubhaus statt – sehr zur Freude des Gastronomen. Jürgen Piegeler gerät allerdings ins Schwitzen, als er die
gigantischen Berge auf den Tellern der Modellathleten sieht. Satt werden jedoch
alle, und Oberstadtdirektor Jochen Dieckmann meint: „Hier kann man sich
wirklich wohlfühlen.“
Ein Junior
sorgt für das herausragende sportliche Ergebnis. Timo Mennicken
wird Verbandsmeister in der Alterklasse IV.
1991
Am 20. Juni
1991 entscheidet der Deutsche Bundestag, Parlament und Teile der Regierung nach
Berlin zu verlagern. Im Laufe der Jahre verliert Blau-Weiß auf Grund dieses Beschlusses
mehr als 70 Mitglieder.
Nach
jahrelangem vergeblichen Bemühen ist es endlich soweit. Die 1. Damen steigen in
die 1. Verbandsliga auf, wo sie sechs Jahre spielen werden. Wesentlichen Anteil
am Höhenflug hat Neuzugang Beate Knauber.
Mit einem ungewöhnlichen
Preisausschreiben zugunsten der Jugendkasse sorgen die 1. Damen bereits vorher
für Gesprächsstoff. Gesucht wird das Gesamtgewicht der sechs jungen
Sportlerinnen. Beim Tanz in den Mai wird das Geheimnis gelüftet: 403 Kilogramm.
Der Preis für Siegerin Bärbel Schurz, die 402,5 Kilogramm tippte: ein
Fresskorb.
1992
Mit 677
Mitgliedern hat Blau-Weiß die Spitze der Mitgliederentwicklung erreicht. Obwohl
etliche Beitrittwillige vertröstet werden müssen, sinkt in den folgenden Jahren
der Mitgliederbestand.
1993
Die Herren
sorgen mit ihrem Aufstieg dafür, dass das seit etlichen Jahren angestrebte Ziel
erreicht wird: sowohl mit den Damen als auch mit den Herren in der 1.
Verbandsliga um Punkte zu kämpfen. Im entscheidenden Spiel siegt Frank Wüschem trotz 0:6, 0:4-Rückstand und legt damit den
Grundstein zum Erfolg.
1994
Mit einem
Abschiedsempfang würdigt der Verein die Verdienste von „Mike“ Zimmerman. Der Amerikaner verlässt nach zehnjähriger
erfolgreicher Tätigkeit als Clubtrainer Blau-Weiß, um mit seiner Familie in
seine Heimat zurückzukehren.
1995
Drei Gründe
haben Eduard Krahn und Jürgen Piegeler,
um die Mitglieder zu einer feuchtfröhlichen Feier ins Clubhaus einzuladen. Sie
feiern nicht nur ihr zehnjähriges Jubiläum als Sekretär beziehungsweise Gastronom
des Clubs, auch Jürgens Abschied sowie Eddys 65. Geburtstag werden bis tief in
die Nacht gebührend begangen.
Die Stadt
teilt mit, dass sie den Verein zur Entrichtung eines Ausgleichsbetrages nach
Abschluss der Entwicklungsmaßnahme Hardtberg in Höhe von 212.000 DM heranziehen
will, und stürzt den Verein damit in existenzielle Nöte.
Auch
sportlich ist 1995 ein „Katastrophenjahr“, wie der Vorstand
schreibt: Acht von 15 Mannschaften steigen ab.
1996
Nach
langwierigen Verhandlungen gelingt es dem Vorstand mit Jörg Bestehorn
an der Spitze, die Ausgleichzahlung auf rund 100.000 DM zu drücken und günstige
Zahlungsmodalitäten zu vereinbaren. Trotzdem ist eine Umlage unumgänglich.
1997
Der
Tennisverband Mittelrhein eröffnet bei Blau-Weiß Duisdorf
einen Jugendstützpunkt. Die förderungswürdigen Jugendlichen aus Bonn und
Umgebung müssen jetzt nicht immer nach Köln-Chorweiler fahren, sondern
absolvieren einen Teil ihres Trainingspensums auf der Anlage von Blau-Weiß.
Blau-Weiß lädt
am Pfingstsamstag zum Tag der offenen Tür – mit großem Programm und
überwältigendem Erfolg. Über 50 freiwillige Helfer, 230 Liter Getränke, 120
Würstchen und Koteletts sowie 76 neue Mitglieder lautet die Bilanz.
1998
Die Damen 30
schaffen als erstes Duisdorfer Team den Sprung in die
Regionalliga. Der Grundstein wurde durch einen 5:4-Erfolg gegen die leicht
favorisierte Mannschaft von Telekom Köln gelegt. Die restlichen Spiele sind nur
Formsache.
Mit einer
makellosen Bilanz von 14:0-Punkten werden die Damen 50 nicht nur überraschend
Mittelrheinmeister, sondern sichern sich auch das Recht, die Westdeutschen
Mannschaftsmeisterschaften auszurichten. Im Halbfinale gegen den
Westfalenmeister aus Münster ist man jedoch chancenlos.
Bei den
Deutschen Meisterschaften der Seniorinnen und Senioren in Bad Neuenahr gewinnt
Günther Schmoll mit seiner Partnerin Verena Kretzschmann
den Titel im Mixed der Altersklasse 60/65.
1999
Die Damen 30
schaffen den Regionalliga-Klassenerhalt dank eines Erfolgs im Lokalderby gegen
den HTC SW Bonn. Auch die Damen 50 sind erfolgreich und werden erneut
Mittelrheinmeister. Auf die Teilnahme an den Westdeutschen Meisterschaften
verzichten sie wegen Terminproblemen.
Erstmals
findet der von Jürgen Welter initiierte Ramazzotti-Cup statt. Mittlerweile ist das von Ramazzotti gesponsorte Turnier,
in dessen Mittelpunkt der Spaß und die Geselligkeit stehen, der traditionelle
Ausklang der Sommersaison.
2000
Der Bonner
Turnier-Höhepunkt ist der BMW-Cup auf der BW-Anlage. Dank ausgeklügeltem
Austragungssystems und attraktiver Preise sind sowohl Hobby- als auch
Turnierspieler begeistert. Auf die vier Sieger wartet eine Einladung zum
Landesfinale nach Griechenland. Eines der Tickets (inklusive einwöchigem
Aufenthalt) gewinnt Jutta Merz.
2001
Mit dem
„Kidsday“ geht Blau-Weiß einen neuen Weg,
um die Jugendarbeit zu beleben. Auch dank intensiver Öffentlichkeitsarbeit
kommen 40 Kinder, um das Spiel mit der Filzkugel kennen zu lernen. Etliche
nehmen auch das Angebot von Schnupperkursen an, und zehn Kinder treten in den
Club ein.
Erstmals wird
für die Kleinsten (Jahrgang 1992 und jünger) beim Clubturnier ein Wettbewerb
durchgeführt, bei dem nicht nur tennisspezifische Fähigkeiten gefragt sind,
sondern auch allgemein motorische. Am Ende gibt es für alle Teilnehmer Pokale,
Medaillen und Gummibärchen.
2002
Mit einer
eindrucksvollen Bilanz kehren die 1. Herren endlich in die 1. Verbandsliga
zurück und steigen auch in der Wintersaison auf. In insgesamt zehn Begegnungen
werden nur acht Punkte und 24 Sätze abgegeben.
Für die
reiferen Tennisspieler wird das Angebot erweitert. Beim clubinternen Dino-Cup
kämpfen sportlich junggebliebene Senioren über 60 um
Spiel, Satz, Sieg und den gebackenen Dino-Cup.
Es ist zwar
wieder der Saisonhöhepunkt, aber leider zum letzten Mal. Der BMW-Cup ist wie in
den Vorjahren geprägt von einer ungezwungenen Atmosphäre, gutem Sport,
originellen Pokalen und attraktiven Preisen. Da die Resonanz aber nicht überall
so groß ist wie in Duisdorf, entschließt sich BMW,
die Serie mit 50 Turnieren in Deutschland und dem Finale in Griechenland
sterben zu lassen.
2003
Mit seinem
Mini-Team unterstreicht Blau-Weiß seine Bemühungen um den Nachwuchs. Nachdem
das Team bei seiner Premiere im Vorjahr in der Endabrechnung auf dem zweiten
Platz landete, entscheidet es diesmal die Wettspielserie für die Jüngsten (1994
und jünger) souverän für sich.
„Wir
sind wieder wer“, jubeln die Damen 30, als ihre Rückkehr in die
Regionalliga feststeht. Wie so oft, ist der Sieg (5:4) im Lokalderby gegen
Schwarz-Weiß Bonn der Garant des Erfolges.
Allen
Unkenrufen zum Trotz folgen mehr als 30 Mitglieder dem Aufruf zum ersten
„Grünen Tag“ der Blau-Weiß-Geschichte. Ziel ist es, die Anlage fit
für die kommende Sommersaison zu machen.
2004
Mit einem an
alle Mitglieder gesendeten Befragungsbogen versucht der Vorstand
herauszufinden, wie das Vereinsangebot verbessert werden kann. Die
Rücklaufquote beträgt zwölf Prozent. Die Ergebnisse geben wichtige
Anhaltspunkte für die Vorstandsarbeit.
Die Tennishalle
ist Schauplatz von Dreharbeiten für den TV-Zweiteiler „Mama und
Papa“ von Erfolgsregisseur Dieter Wedel. Von den mehrstündigen Aufnahmen
ist später allerdings nur eine einige Sekunden lange Sequenz zu sehen. Dem
Schnitt fallen auch die Szenen mit den BW-Komparsen zum Opfer.
2005
Nach einer
langen Durststrecke sorgen BW-Jugendliche bei Bezirksmeisterschaften wieder für
Furore und gewinnen durch Anna-Jule Winand und Niels Kathol zwei Einzel-Titel. Ausdruck der erfolgreichen
Jugendarbeit ist es auch, dass drei BW-Jugendliche vom Bezirk als
förderungswürdig eingestuft werden.
Ein Highlight
ist das „Sparda-Bank-Turnier für Freizeit- und
Mannschaftsspieler“, bei dem insgesamt 1000 Euro Preisgeld ausgeschrieben
sind. Aber auch die Freizeitspieler kommen bei dem Doppelturnier, das der
Clubsekretär Willi Korn „an Land gezogen hat“, dank eines Mehrfach-Ko-Systems auf ihre Kosten.
Rekordverdächtig
ist der Auftritt der Herren 60 beim Verbandsliga-Gastspiel in Leverkusen. Bei
den ausgeglichenen Spielen muss in neun Sätzen der Tie-break
entscheiden – und neunmal jubeln die Gegner.
2006
Mit einer
Premiere beginnt die Sommersaison. Zur Platzeröffnung wird ein Auftaktturnier
durchgeführt, das an die Stelle des in die Jahre gekommenen
„Schleifchenturniers“ zu Pfingsten tritt.
Während der
Fußballweltmeisterschaft fühlen sich alte Mitglieder an die BW-Gründerjahre
erinnert, in denen man sich zum gemeinsamen Fernseherlebnis im Clubhaus traf.
Teilweise mehr als 50 Zuschauer sorgen im Clubhaus für „Public-Viewing-Feeling“.
2007
Der Mini-Cup
hat sich in Duisdorf etabliert. Fast 40 Kinder, die
höchstens neun Jahre alt sind und aus der näheren und weiteren Umgebung kommen,
nehmen an dem BW-Turnier teil, das zur Mini-Cup-Serie des Linken Mittelrheins
gehört. Bei dem Wettbewerb spielt der Nachwuchs nicht nur im Kleinfeld Tennis,
sondern muss auch seine koordinativen Fähigkeiten,
Schnelligkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Nach
insgesamt vier Stunden stehen Sieger und Platzierte fest.
In Eigenregie
bewältigt der Verein eine Herkulesaufgabe. Mehr als 30 Pappeln, die – wie
früher üblich – an die Grundstücksgrenzen gesetzt worden sind, werden
beseitigt. Bruchgefahr bei Sturm, Wurzelwerk in der Kanalisation sowie Anhebung
von Trottoirplatten machen das Fällen der Bäume notwendig.
2008
Annika Beck
kehrt im März von den Deutschen Jugendmeisterschaften mit dem Titel im Einzel
und einem zweiten Platz im Doppel heim. Im Herbst gewinnt die erst 14-Jährige
im belgischen Sint-Kateliyne-Warer erstmals ein ITF-Turnier und macht einen enormen Sprung in der
Jugend-Weltrangliste (Jahrgang 1990 und jünger). Am Ende des Jahres liegt sie
bei Platz 250.
Die ersten
Herren krönen das sportlich erfolgreiche Jubiläumsjahr mit der Rückkehr in die
1. Verbandsliga. Die Mannschaft, die bereits in der Winter-Hallenrunde in die
1. Verbandsliga aufgestiegen war, gab in den sechs Begegnungen nur 26 Sätze ab.
Insgesamt können die Mannschaften von Blau-Weiß in diesem Jahr sechsmal zur
Aufstiegsfeier einladen.
Mit einem
umfangreichen Jubiläumsprogramm feiert Blau-Weiß seinen 50. Geburtstag. Den
Auftakt bildet ein Saisoneröffnungsturnier mit Sektempfang. Ein sportliches
Highlight sind die Jugend-Bezirkmeisterschaften, bei denen drei Duisdorfer das Finale erreichen. Höhepunkt und Abschluss
der Feierlichkeiten ist die 50-Jahre-Fete, die im Rahmen der
Freundschaftsbegegnung mit Villemomble im Clubhaus
über die Bühne geht. Mehr als 150 Teilnehmer feiern bis in die frühen
Morgenstunden.
2009
Bei den
Tennis-Jugendbezirksmeisterschaften des linken Mittelrheins ist Blau-Weiß mit
drei Titelträgern der erfolgreichste Verein. Neben Johannes Klein (U10) werden
auch Niels Kathol (U14) und Anne Jule
Winand (Juniorinnen U14) ihrer Favoritenrolle gerecht.
Die Damen 40
sichern sich ungefährdet die Oberliga-Meisterschaft und damit den Aufstieg in
die Regionalliga. Beim 8:1-Erfolg im letzten Saisonspiel gegen den Pulheimer SC war die Entscheidung – wie in allen anderen Begegnungen – bereits nach den Einzeln gefallen.
Annika Beck
wird in Mexiko mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft Vize-Weltmeister. Im
Finale des Junior Fed-Cups verliert Deutschland gegen
das russische Team. Bei den US Open Junior Championships
in New York erreicht Annika das Achtelfinale, wo sie der späteren
Turniersiegerin Heather Watson aus Großbritannien knapp mit 4:6, 5:7
unterliegt.
2010
Annika Beck
macht den nächsten Schritt auf ihrem Weg in die Spitze der internationalen
Tennisszene. Die 15-jährige Gymnasiastin startet jetzt für Bayer Leverkusen, wo
sie in der Damen-Regionalliga zum Einsatz kommt.
Auf der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung wird nicht nur eine
– aufgrund von nötigen Renovierungsarbeiten – unumgängliche
Beitragserhöhung verabschiedet, sondern auch eine Verzehrpauschale beschlossen,
um der Gastronomie zu etwas Planungssicherheit zu verhelfen. Einem spontan
geäußerten Spendenaufruf kommen etliche Mitglieder nach.
Bei den
Jugendbezirksmeisterschaften des linken Mittelrheins ist Blau-Weiß erneut der
erfolgreichste Verein. Johannes Klein, Niels Kathol
und Fabian Schraa dominieren ihre Konkurrenzen. Bei
den Verbandsmeisterschaften springen ein Titel durch Johannes Klein und zwei
Halbfinalteilnahmen heraus.
2011
Um die
hektische Weihnachtszeit zu entzerren, findet der Nikolaus-Spielenachmittag
für Kinder Anfang Januar statt. Unter der Leitung des Jugendwarts werden
verschiedene Ballspiele, Fangen, aber natürlich auch Tennis gespielt. Im
Mittelpunkt steht allerdings der von der Gastronomin gebackene Kuchen, über den
die Kinder in den Pausen begeistert herfallen.
Die Jugend befindet
sich weiter auf dem Vormarsch. Erstmals schafft mit den Knaben – in der
Besetzung Fabian Schraa, Mats
Westkamp, Johannes Klein und Elias Schulz – ein Team den Sprung in die
Oberliga. Ebenfalls souverän steigen die Junioren auf – in die 1.
Verbandsliga. Aufstiege feiern auch die Juniorinnen in der 2. Kreisklasse und
die 2. Knaben in der 3. Kreisklasse.
Der erste
Hardtberg-Cup, ein Turnier der drei Tennisvereine im Stadtbezirk Hardtberg,
geht auf der Anlage von Grün-Weiß Brüser Berg über
die Bühne. Blau-Weiß Duisdorf gewinnt nicht nur die meisten Einzeltitel, sondern
sichert sich auch den Wanderpokal für den erfolgreichsten Verein.